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Masai stories

Elisabeth Nielsen

November 2022

Dänisch-ukrainische Pianistin

(ausgebildet am Königlich Dänischen Musikkonservatorium)

Für die dänisch-ukrainische Pianistin Elisabeth Nielsen begann ihre musikalische Reise und ihre Faszination für das Klavier, als sie fünf Jahre alt war. Für sie ist die Musik eine Sprache, die ihre Energie aus der Begegnung mit dem Publikum erhält. Ihre Kindheit in der Ukraine und ihre Mutter haben sie immer dazu angeregt, mit dem Herzen zu spielen und nie „leere“ Töne zu erzeugen.

Die Begegnung mit dem Klavier...

Ich erinnere mich, dass eine meiner ersten Begegnungen mit dem Klavier etwas Besonderes war, weil ich von der Größe des Instruments fasziniert war. Ich war ein 4- oder 5-jähriges kleines Mädchen und es hat mich fasziniert, dass ich nicht das ganze Instrument nicht auf einmal sehen konnte, weil es so viel größer war als ich.

Als ich Teenager wurde, änderte sich mein Fokus vom Physischen und Technischen hin zum Musikalischen. Ich war von der Musik selbst fasziniert und dem, was sie an Emotionen und Geschichten vermitteln kann. Als ich 14 oder 15 Jahre alt war, wusste ich, dass ich Musikerin werden wollte. Das ist eine Zeit im Leben, in der man sich schnell entwickelt, viele Fragen stellt und sich in vielem unsicher ist – aber für mich gab es immer eine Sache, der ich mir ganz sicher war: die Wirkung der Musik. 

Mit zwei Kulturen geboren zu sein...

Ich bin halb dänisch und halb ukrainisch. Ich wurde in Dänemark geboren, habe aber eine Mutter, die in der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion aus der Ukraine nach Dänemark kam. Sie kommt vom Theater, so dass ich seit meiner frühesten Jugend viel von ihrer Theaterwelt erfahren habe. Wenn ich ein Werk irgendeines Komponisten gespielt habe, dann gab es immer Kommentare von ihr, wie „Worum geht es in diesem Werk? Was ist die Botschaft des Werks? Was ist das für eine Geschichte, die du erzählst?“. Auf diese Weise war es keine abstrakte Musik, sondern Musik, die eine Mission hatte. Ich glaube, dass es sehr gesund war, das so früh zu verstehen. Das hat dazu geführt, dass ich während meiner gesamten Karriere nie das Gefühl hatte, leere Töne zu spielen. Der ukrainische Einfluss, den ich vor allem in meinen jüngeren Jahren gespürt habe, war eine große Hilfe, um die Musikerin zu werden, die ich heute bin.

Ein Kind mehrerer Kulturen zu sein, ist etwas Besonderes, weil man sich auf der einen Seite als eine Person mit zwei Identitäten fühlt, auf der anderen Seite aber auch als jemand, der nichts davon ist. Aufzuwachsen und die Kontraste und Ähnlichkeiten zu sehen, ist ziemlich interessant. In diesen Zeiten halbe Ukrainerin zu sein, ist ja besonders herausfordernd und ich fühle ganz klar, dass dieser Kampfgeist der Ukraine auch in mir ist.
Die wortlose Sprache der Musik...

Seit meiner Kindheit war ich schon immer ein Show-Girl. Ich bin mit drei oder vier Jahren zum Ballett gegangen und habe es schon immer geliebt, vor Leuten aufzutreten. Im Grunde genommen glaube ich, dass das daran liegt, dass es eine Zwei-Wege-Kommunikation ist, aufzutreten und vor allem Musik zu spielen. Musik ist eine Sprache und für jemanden zu spielen, bedeutet auch, Energie zurückzubekommen. Ich finde toll an der Musik, dass man ohne Worte ein Gefühl oder eine Geschichte wiedergeben kann, die von Menschen aus der ganzen Welt verstanden werden. In einer Zeit der Unsicherheit und des Krieges in Europa, ist die Musik wirklich wichtig. Sie sammelt uns und zeigt, was wir eigentlich gemeinsam haben. Die große Stärke der Musik ist, dass sie wortlos ist.

Die Musik ist eine Sprache, die von Menschen auf der ganzen Welt verstanden wird.
Inspiration und Vertiefung...

Das Interessante an klassischer Musik ist auch das Wort „klassisch“ - was bedeutet „klassische Musik“? Eigentlich ist klassische Musik ein größerer Begriff, weil auch heute noch klassische Musik geschrieben wird. Wenn man das Radio einschaltet und einen typischen Popsong hört, dauert dieser 3 Minuten. Das ist recht kurz im Vergleich zu einer klassischen Symphonie, die 30, 40, 50 Minuten dauern kann und Zeit lässt, in eine andere Welt einzutauchen, um Ruhe zu finden und eine Reise zu erleben. Ich finde, das ist gerade das Magische an der klassischen Welt.

Wenn ich alleine bin, spiele ich anders. Ich spiele dann für mich selbst und bin mein eigenes Publikum. Und dann kann ich auch sehr gerührt werden. Das mag etwas merkwürdig klingen, aber ich habe das Gefühl, dass der Flügel hört, was ich sage und mir antwortet. Ein Werk, das ich gestern auf eine Art und Weise gespielt habe, könnte ich heute vielleicht ganz anders spielen. 

Es ist jedes Mal magisch...

Ein Konzert zu spielen, ist in vielerlei Hinsicht wie einen Marathon zu laufen – man geht durch viele Stadien.

Für mich war die Kleidung auf der Bühne schon immer eine große Herausforderung. Was mir selbst gefällt, ist eine Sache, eine andere ist, was nicht nur zu mir passt, sondern auch zu der Musik. Da braucht man eine ästhetische Verschmelzung, denn ein Konzert soll ein ganzheitliches Erlebnis sein.

Als Musiker hat man immer Rituale, bevor man auf die Bühne geht. Man trinkt vielleicht eine Tasse Tee mit Zitrone oder legt sein Make-up auf eine ganz bestimmte Art und Weise auf. Es kann alles mögliche sein. Mein Ritual ist, vor der Ankunft des Publikums auf die Bühne zu gehen, mich auf die leeren Plätze zu konzentrieren und mir vorzustellen, wie sich die Energie verändern wird, wenn das Publikum den Saal betritt. Das ist mein Ritual. Es geht um das Publikum und die Energie, die vom Publikum erzeugt wird und so deutlich zu spüren ist. Wie eine Kommunikation zwischen mir und den Zuhörern. Deshalb ist es auch so wichtig, für Menschen zu spielen und nicht nur für sich selbst.


Kurz bevor man auf die Bühne geht – die 10–20 Minuten davor –, wenn man ganz allein ist, ohne sein Instrument, und denkt, werde ich mich an den Takt, den Akkord, den Ton, den Rhythmus erinnern? Oh nein, ich kann mich nicht erinnern ...! Doch dann kommt man auf die Bühne und sieht die vielen Leute ... geht zum Instrument, setzt sich hin, legt die Hände auf die Tasten und die Musik kommt ganz von selbst. Und es ist jedes Mal ein magisches Erlebnis. Die Ruhe, die entsteht, wenn man anfängt zu spielen und die Tasten unter den Fingern hat. Das ist so toll, und ich hoffe, dass ich das den Rest meines Lebens erleben werde.

Ein Musiker ist ein Musiker, unabhängig vom Geschlecht...

Historisch gesehen war die Musikbranche und insbesondere die Klavierwelt sehr männlich dominiert. Und wir sehen es noch heute unter Komponisten, Dirigenten und Opernhauschefs. Aber langsam gibt es Veränderungen. Ich denke, je mehr wir uns weiterentwickeln, umso mehr werden wir einen Musiker als Musiker sehen, unabhängig vom Geschlecht.

Die Musikbranche ist eine harte Welt, und man braucht als Pianistin viel Selbstbewusstsein, um sich zu behaupten.
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